© Musik & Theater, Special-Edition «Snow and Symphony» St. Moritz, Seite 22ff, Andrea Meuli

Vesselina Kasarova über Verdi und Bellini, über Emotion und Kontrolle

„Was kommt dann noch?"

Sie hat das Festival «Snow and Symphony» zusammen mit Gustav Kuhn aus der Taufe gehoben - und sie hält St. Moritz auch im vierten Jahr die Treue: Die Mezzosopranistin Vesselina Kasarova ist einer der ganz wenigen wirklichen Weltstars der Oper, deren Gesang dem digitalisierten Einerlei zu trotzen und tiefe Erlebnisse zu vermitteln versteht.

M&T: Ist Ihre Stimme die gleiche wie vor einem Jahr, oder hat sie sich in eine bestimmte Richtung verändert und entwickelt?

Das Gefühl sagt mir, dass meine Stimme etwas an Wärme gewonnen hat, auch ein bisschen reifer geworden ist. Vielleicht ist sie aber auch gleich geblieben ... Jedenfalls hat meine Stimme nichts von ihrer Beweglichkeit verloren - das freut mich. Das ist mir viel wichtiger, dass meine Koloraturen nach wie vor da sind - das ist das Leben einer Stimme!

M&T: Fürchten Sie sich davor, eines Tages die Beweglichkeit, die Agilität der Koloraturen für einen Mozart oder Rossini zu verlieren?

Wenn man sorgsam mit der Stimme umgeht, ist das wohl nicht nötig. Daher habe ich auch keine Angst. Nach der Geburt eines Kindes verlieren manche Stimme diese Beweglichkeit und werden schwerer - mir ist das zum Glück nicht geschehen.

M&T: Ihr diesjähriges Programm bei «Snow and Symphony» umfasst eine ungeheure Spannweite, von Mozart bis Tschaikowsky, von Bellini bis zu Verdis Eboli ...

Genau. Da ich schon mehrmals in St. Moritz aufgetreten bin, wollte ich etwas Neues singen. Daher die Eboli - allerdings habe ich die Arie im Konzert schon gesungen.

M&T: Die unausweichliche Frage: Ist das ein erster Schritt in Richtung dramatischer Partien?

Nein, ganz bestimmt nicht. Es ist auch keine Gefahr, wenn ich das in einem so kleinen Saal und mit einem Dirigenten wie Gustav Kuhn, der Sänger wirklich liebt, machen kann. An irgendeinem Ort würde ich Eboli nicht singen!

M&T: Ganz konkret gefragt: Sind die dramatischen Attacken einer Eboli - gerade in ihrer Arie «O don fatale» - nicht eine Bedrohung für den lyrischen Kern einer Stimme?

Wenn man zu früh mit solchen Dingen beginnt, ist die Gefahr zweifellos gross. Für mich heute glaube ich das nicht mehr, denn ich kann auf eine gewisse Erfahrung bauen. Der Anfang der Arie ist ohne Orchester, da muss man schon klug und mit Technik singen, ohne zu forcieren - dann bedeutet es keine Gefahr. Und auf der Bühne werde ich Eboli die nächsten Jahre bestimmt nicht singen. Es ist wohl ein meiner Wunschpartien und kommt irgendwann sicher - aber nicht heute! Jetzt käme die Partie bestimmt zu früh. Den richtigen Moment, den richtigen Ort und die richtigen Partner für so ein Rollendebüt zu finden, ist mir sehr wichtig. Konzertant habe ich ja auch die Arien aus «Carmen» bereits gesungen. Trotzdem hat das auf der Bühne noch Zeit. Ich bin heute an einem Punkt, wo ich - mit guten Argumenten - nein sagen kann.

M&T: Wie treffen Sie Ihre Entscheidungen für oder gegen eine Partie oder ein Engagement?

Ich höre auf meine Intuition, ich beziehe mich auf meine Erfahrungen, und ich diskutiere oft zu Hause mit meinem Mann darüber. Seine offene, ehrliche Haltung bedeutet mir unglaublich viel. Ich bin ja sehr vorsichtig geworden - vor zehn Jahren war ich es noch nicht. Abgesehen davon sollte man auch nicht vergessen: Sänge ich bereits heute alles, was überhaupt möglich wäre - was kommt dann noch?

M&T: ... immer das Gleiche, allenfalls irgendwann mit einem gewissen Spannungsabfall wäre wohl das Resultat.

Natürlich. Daher will ich neue Partien ganz vorsichtig und Schritt für Schritt erkunden.

M&T: Beeinflusst die Angst davor, Mozart aus der Stimme zu verlieren, Ihre Entscheidungen?

Das mag extrem formuliert sein: Aber Mozart möchte ich nie lassen! Mozart will ich wirklich möglichst lange singen, er ist mir so unendlich wichtig. Und er ist stets ein Ausgangspunkt, egal ob man Verdi, Massenet oder was immer singt. Mozart leitet mich auch in der Phrasierung des ganzen Belcanto-Repertoires. Nicht nur, weil es mir gefällt und weil es schön ist - ich schütze und pflege so auch meine Stimme.

M&T: Was reizt Sie an Verdi?

Verdi ist genauso farbenreich wie andere Komponisten, auch wenn viele Sängerinnen und Sänger bei Verdi nur an etwas Dramatisches, Voluminöses denken - fast wie bei Wagner. Verdi kann jedoch sehr lyrisch, ja kammermusikalisch sein. Ein Blick in die Partituren zeigt, dass Verdi seine Gesangspartien vom ppp bis zum fff notierte, heute hört man das aber meist auf einem Mittelwert zwischen mf und f eingependelt, dazu noch in derselben Farbe. Auf alten Aufnahmen spürt man den Farbenreichtum von Verdis Musik weit mehr als heute, wo alles schärfer und und dynamisch gleichförmiger gespielt und gesungen wird. Das betrifft zwar alle Komponisten - aber Verdi im besonderen.

M&T: Was macht den besonderen Klang von Verdis Musik aus?

Verdi erfordert nicht nur Dramatik, sondern genauso eine gewisse Wärme. Gustav Kuhn zum Beispiel ist ein sehr intelligenter Musiker, der das versteht und so dirigiert; viele denken jedoch nicht daran. Man fragt mich oft auch nach Sopranpartien - aber ich habe konsequent abgelehnt. Wahrscheinlich könnte ich die eine oder andere Partie singen - aber wozu? Um zu beweisen, wozu ich technisch fähig wäre? Das Repertoire für einen Mezzosopran ist genügend gross und reich! Ich bin froh, ein Mezzosopran zu sein! Von all den Hosenrollen bis zu Charlotte und so weiter - was will ich mehr?

M&T: Mezzo-Partien sind oft die interessanteren Figuren ...

... richtig. Und ein Mezzosopran kann sich besser schützen. Als Sopranistin wird man viel früher in bestimmte Partien hineingedrängt, zu gewissen Risiken beinahe genötigt.

M&T: Sie singen derzeit am Opernhaus Zürich Rosina aus dem «Barbiere», gleichzeitig in diesem Konzert in St. Moritz Eboli oder Johanna aus Tschaikowskys «Jeanne d'Arc». Wie kann man da so schnell umstellen?

Wenn man es versteht, die richtigen Stimmfarben einzusetzen. Der Charakter einer Stimme definiert sich über ihre Farben. Damit meine ich, dass Dramatik und Lyrik beide nach bestimmten Farben, nach einer feinen Differenzierung verlangen. Dramatik resultiert nicht bloss aus einer hochgepeitschten Dynamik. Heute denke ich daran, wenn ich singe. Ansonsten könnte ich auch keine Giovanna Seymour singen. Es ist mir sehr wichtig, dass ich nicht an das Limit meiner Stimme denken muss. Sondern an die Gefühle einer Figur, die ich verkörpere - und diese Gefühle bringen dann die Farben einer Stimme.

M&T: ... eine innere Dramatik sozusagen?

Richtig. Ich muss eine Partie fühlen - aber ich muss nicht schreien. Wenn Sie zum Beispiel Edita Gruberova beobachten, dann wissen Sie, was ich meine. Von solchen Persönlichkeiten kann man lernen - und es gibt nur ganz wenige davon! Wir haben nur zwei Muskeln, die vibrieren, das ist alles - die Stimme ist ein sehr feines und auch verletzliches Instrument. Vergisst man das, kommt bestimmt irgendwann die Krise, egal wie gross die Stimme ist.

M&T: Was bedeutet Ihnen die Musik Bellinis, dessen 200. Geburtstag auch in diesem Jahr z feiern ist?

Bellini ist für mich der anforderungsreichste Komponist, den es überhaupt gibt. Und das Schwierigste, was ich bisher gesungen habe.

M&T: Tatsächlich ...?

Ja, ganz klar. Seine Partien erfordern eine noch genauere Kontrolle der Stimme als üblicherweise. Romeo zum Beispiel hat am Ende der Oper, wenn er die tote Giulietta sieht, eine kurze Arie - die ist unwahrscheinlich schwierig zu singen. Es gibt etwas, was mich sehr berührt bei Bellini. Und genau das muss ich stets kontrollieren, denn bei zu viel Emotion verliert man unweigerlich die Kontrolle. Und das darf es nicht sein - bei Bellini schon gar nicht.

Vesselina Kasarova singt im Galakonzert III am 25. März 2001, 21.00 Uhr, im Hotel Kulm. Werke von Verdi («Don Carlo»), Tschaikowsky («Jeanne d'Arc»), Mozart («La clemenza di Tito») und Bellini («I Capuleti e i Montecchi»). Gustav Kuhn leitet das Orchestra Filarmonica Marchigiana.


© L'Éveil Culturel, Nr. 33, Oktober-November 2001, Seite 32 - 42, Verena Naegele, Nicole Steffen

Lifestyle

Vesselina Kasarova

Express Interview

Welches ist Ihr Lieblingsparfum?

Im Moment «Allure» von Chanel.

Wer ist Ihr Vorbild?

Ich habe nicht wirklich Vorbilder, aber ich bewundere viele Menschen.

Welcher Film hat Sie am meisten beeindruckt?

«Die Zeit der Zigeuner» von Emir Kusturica und «Amadeus» von Milos Forman.

Welches ist Ihre Traumrolle?

Die Eboli in Verdis «Don Carlos».

Welchen Wunsch würden Sie gerne realisieren?

Das Opernhaus in meiner Heimatstadt Stara Zagora wurde vor über zehn Jahren durch einen Brand zerstört. Ich hoffe sehr dazu beitragen zu können, dass es wieder aufgebaut wird.

Wie sieht Ihre Ausgangsgarderobe aus?

Ich liebe schlichte, elegante Kleidung ... am liebsten in Schwarz, z.B. Armani und Tom Fords Gucci.

Legen Sie grossen Wert auf Accessoires?

Zu meinem Stil passen diese eher weniger.

Welcher Gegenstand ist Ihr ständiger Begleiter?

Ein Kreuz.

Könnten Sie sich vorstellen in eine Männerrolle zu schlüpfen?

Als Mezzosopranistin habe ich viele Rollen in meinem Repertoire, wo dies auf der Bühne möglich wäre. Im richtigen Leben bin ich aber sehr glücklich, nur ich selbst zu sein.

Schminken Sie sich immer oder nur auf für die Bühne?

Privat weniger.

Welches sind Ihre Lieblingsadressen fürs Shopping?

Mailand, überall zwischen der Via delle Spiga und der Via Monte Napoleone, die Rue Sainte-Honoré in Paris und in Zürich zwischen Bahnhofstrasse und Limmat.

Was halten Sie von moderner Oper?

Ich bin erst einmal in einer modernen Oper aufgetreten, in John Cages «Europeras». Für mich zählt einzig die Qualität eines Werkes.

Wer wäre Ihr Traumpartner auf der Bühne?

Ein besonderes Erlebnis für mich war, als ich in Berlin neben Alfredo Kraus die Charlotte in Massenets «Werther» sang.

Was würden Sie auf keinen Fall auf der Bühne anziehen?

Schwieriger wäre, wenn man «Nichts» zum Anziehen bekäme ...

Haben Sie Lampenfieber?

Eigentlich kaum. Ich fühle mich sehr wohl auf der Bühne und vor dem Publikum.

Einmal brilliert sie als quirlig-wütende Dorabella, dann wieder als leidende Charlotte oder dann als böser Bube Farnace: Vesselina Kasarova verfügt über eine breite Palette von Ausdrucksmitteln, um stimmlich und mimisch die grossen Rollen ihres Mezzosopran-Faches auszufüllen. Bei so viel bühnenwirksamer Wandlungsfähigkeit einer Künstlerin ist man natürlich doppelt gespannt, wie sie als Privatperson erscheint.

Wir treffen uns im Opernhaus Zürich, ihrer «künstlerischen Heimat», wie sie sofort erklärt und wo sie sich nach wie vor besonders wohl fühlt. Hier hat vor zwölf Jahren in «Lucia di Lammermoor» an der Seite von Edita Gruberova ihr kometenhafter Aufstieg begonnen. Heute zählt sie zu den gesuchtesten Interpretinnen der grossen Mezzo-Rollen von Mozart, Bellini, Rossini ... Ihr grosses Differenzierungsvermögen, das unverwechselbare Stimmtimbre und ihre ungewöhnlichen Charakterdarstellungen, das sind die Markenzeichen dieser aussergewöhnlichen Sängerin.

Von einem Weltstar, dem das Publikum zu Füssen liegt, ist bei der locker in weisser Bluse und Jeans erscheinenden Vesselina Kasarova allerdings nichts zu spüren. Im Gespräch wirkt sie erfrischend offen und ernsthaft. Beruf und Privat wolle sie streng voneinander trennen, das sei für ihre Seele ganz wichtig. Ein Wunsch, der allerdings nicht immer einfach umzusetzen ist, denn als «Künstlerin muss man nicht nur lernen, sich auf der Bühne zu bewegen», sondern auch «sich privat zu präsentieren, ohne das Privatleben preiszugeben». Das Wort «Lernen» nimmt im Vokabular der bulgarischen Sängerin einen zentralen Platz ein. Immer ist sie auf der Suche nach Neuem, will sie sich weiterentwickeln, ob im Beruf oder Privat.

In diesem Punkt gibt es keine Unterscheidung mehr, sondern nur noch eins, Wahrhaftigkeit. So meint sie zur Frage nach dem häufigen Verschleiss von jungen Stimmen: «Es ist keine Sünde, wenn man als junge Sängerin Fehler macht, aber man muss daraus lernen und seine eigene Linie finden». Und nach kurzem Nachdenken fügt sie an: «Ich glaube, dass jeder Mensch spürt, wo seine Grenzen sind». Für Kasarova, die seit bald drei Jahren einen Sohn hat, heisst das, genau zu planen, um die beiden Berufungen Mutter-Sein und Sängerin unter einen Hut zu bringen. «Ich will auf beides nicht verzichten, daher muss ich balancieren und die Vorstellungen reduzieren».

Auch hier durchdringen sich laut Kasarova beide Bereiche. Die psychologische Entwicklung, die sie als Frau durch das Wunder eines neuen Lebens erfahren habe, wirke sich auf ihr Singen aus: «Als Interpretin bin ich überlegener, ruhiger und kraftvoller geworden». In der Tat sind ihre Auftritte durchglüht von hoher Musikalität und Charakterkunst. Ihre liebenswerte und offene private Ausstrahlung will da aber gar nicht zu den schwarzen Rollen wie Adriana Lecouvreur passen, die sie auf der Bühne mit grossem Erfolg verkörpert. «Böse Rollen zu spielen, das ist am Einfachsten, weil ich nicht so bin». Kasarova lacht herzlich und fügt an: «Rosina ist viel schwieriger, weil ich sie nicht so darstellen möchte, wie ich bin.»

Bei konzertanten Auftritten wie der Yellow Classic Night-Tournee wird das allerdings noch schwieriger. Das Programm ist gespickt mit gewichtigen Arien der Rosina, der Marguerite oder der Dalila, es gibt keine Szenerie. Hier ist die Sängerin näher bei sich, kann ihre Stärken wie Stimme, Farbe und Timbre ausspielen. Und genau da kommt einer ihrer Leitsprüche zum Tragen: «Individualität ist für mich ganz wichtig. Man muss immer das machen, was für einen persönlich richtig ist».


© L'Éveil Culturel, Nr. 33, Oktober-November 2001, Seite 32 - 42, Verena Naegele, Nicole Steffen

Lifestyle

Vesselina Kasarova

Interview Express

Quel est votre parfum préféré ?

Actuellement, j'adore «Allure» de Chanel.

Avez-vous un exemple de vie ?

Pas vraiment, mais j'ai de l'admiration pour beaucoup de personnes.

Quel film vous a le plus marqué ?

«Le temps des Gitanes» de Emir Kusturica, et «Amadeus» de Milos Forman.

Quel est votre vœu le plus cher ?

L'Opéra de ma ville natale a été complètement détruit par les flammes il y a dix ans, et j'aimerais beaucoup pouvoir contribuer à sa reconstruction.

Quel est le rôle de vos rêves ?

Eboli dans «Don Carlos» de Verdi.

A quoi ressemble votre garde-robe ?

J'adore le classique et la sobriété, et m'habille de préférence en noir. Par exemple Armani et Tom Fords Gucci.

Que ne voudriez-vous jamais porter sur scène ?

Le plus difficile serait de devoir porter le costume d'Eve !

Attachez-vous une grande importance aux accessoires ?

Ça correspond moins à mon style.

Avez-vous un objet qui ne vous quitte jamais ?

Une croix.

Vous maquillez-vous toujours ou seulement lors de vos concerts?

En privé un peu moins.

Quelles sont vos adresses préférées pour faire du shopping ?

Milan, entre la Via della Spiga et la Via Monte Napoleone, la rue Sainte-Honoré à Paris, et Zürich entre la Bahnhofstrasse et la Limmat.

Avez-vous le trac ?

A vrai dire à peine, je me sens très à l'aise sur scène et devant le public.

Qui serait votre partenaire de rêve sur scène ?

J'ai un merveilleux souvenir, c'était à Berlin au côté d'Alfredo Kraus, où je chantais le rôle de Charlotte dans «Werther» de Massenet.

Que pensez-vous des opéras modernes ?

J'ai eu l'occasion de chanter une seule fois dans un opéra moderne : «Europeras» de John Cage. Ce qui compte pour moi, c'est avant tout la qualité de l'œuvre.

Pourriez-vous vous imaginer dans un rôle d'homme ?

J'ai beaucoup de rôles dans mon répertoire qui s'y prêtent. Mais je suis très heureuse d'être moi-même !

Une fois, elle brille dans une Dorabella en furie - tourbillonnante, puis de nouveau dans une Charlotte souffrante, ou encore dans une méchante Bube Farnace : Vesselina Kasarova dispose d'une large palette de moyens d'expression suffisamment large pour tenir les grands rôles de mezzo-soprano. Une artiste investie d'une telle capacité de métamorphoses suscite donc doulement l'intérêt tout naturel de savoir comment elle se présente en privé.

Nous nous rencontrons à l'Opernhaus de Zurich, sa «patrie artistique» comme elle le précise immédiatement, où elle se sent toujours à l'aise. C'est ici, il y a douze ans qu'a commencé son ascension vertigineuse dans Lucia di Lammermoor au côté d'Edita Gruberova. Aujourd'hui, elle compte parmi les interprètes les plus recherchées pour les grands rôles de Mozart, Bellini, Rossini. Son énorme capacité de différenciation, le timbre unique de sa voix et son interprétation peu commune des rôles de caractère, sont les traits caractéristiques de cette chanteuse étonnante.

Bien que star mondiale, public à ses pieds, Vesselina Kasarova apparaît légère, sans prétention, en blouse blanche et jeans. Dans sa conversation, il émane d'elle une impression de fraîcheur, de sincérité et de sérieux. Elle tient à tout prix à séparer le professionnel du privé, c'est très important pour son âme. Ce souhait est parfois difficile à réaliser car «comme artiste, il faut non seulement apprendre à évoluer sur scéne» mais aussi «à se présenter personellement sans sacrifier à sa vie privée». Le mot «apprendre» prend une dimension centrale dans le vocabulaire de cette chanteuse bulgare. Toujours à la recherche d'émotions nouvelles, elle veut évoluer, aussi bien sur le plan professionnel que privé. Sur ce point, il n'y a plus de différences, une seule chose compte : l'authenticité.

Sur l'altération des jeunes voix : «Ce n'est pas un péché que de faire des erreurs comme jeune chanteuse, mais il faut savoir apprendre de ses fautes et trouver sa propre ligne.» Puis, après une brève réflexion, elle ajoute : «Je crois que chacun sent au plus profond de son être où sont ses limites.» Pour Kasarova, mère d'un fils de bientôt trois ans, cela veut dire s'organiser afin que les deux vocations, mère d'un fils et chanteuse, soient vécues au mieux. «Des deux, je ne veux rien sacrifier ; pour cela je dois les concilier et réduire les représentations». Selon Kasarova, là aussi, dans ces deux domaines, l'influence est réciproque. Le développement psychologique expérimenté comme femme face au miracle de l'enfantement se reflète également dans son chant : «comme interprète, je suis devenue plus réfléchie, plus posée et forte.» C'est un fait, ses représentations se distinguent par une grande musicalité, et un art dans les rôles de caractère.

Sa franche amabilité et son rayonnement ne peuvent en aucun cas s'identifier aux rôles sombres comme celui d'Adriana Lecouvreur qu'elle joue sur scène avec grand succès. «Il n'y a rien de plus facile que d'interpréter des rôles de méchantes - puisque je ne le suis pas.» Kasarova en rit aimablement et continue : «Rosine est bien plus difficile à interpréter, car je n'aimerais pas la jouer comme je suis moi-même.» Par contre, pour les manifestations concertantes telles que la Yellow Classic Night-Tournée, cela devient nettement plus difficile. Le programme est émaillé d'arias d'importance comme celles de Rosina, Marguerite ou Dalila, et il n'y a pas de décors. Ici, la chanteuse est livrée à elle-même, elle doit miser sur ses atouts tels que la voix, la couleur, le timbre. Le moment est alors venu de mettre en pratique un de ses principes : «L'individualité est très importante pour moi. Il faut toujours faire ce qu'on juge authentique pour soi-même.


© Chicago Tribune Magazine, 25. November 2001, Seite 10, Charles Osgord

Just Asking

Vesselina Kasarova, Opera Singer

Mezzo-soprano Kasarova appears in the trouser role of Romeo at the Lyric Opera's "I Capuleti e i Montecchi," through Dec. 1.

What's your favorite opera to perform?

"La clemenza di Tito" from Mozart and Bellini's "I Capuleti e i Montecchi." They are both masterpieces, and the roles of Sesto ["Clemenza"] and Romeo offer everything one can show with voice and acting. Both characters ‘ faith is very sad, expressed in a very lyrical and intimate way.

What was your first stage performance?

As a pianist in 1981 in my hometown, Stara Zagora [Bulgaria], with Sonatas from Mozart. I was 16. As a singer my first concert performance was in 1983, also in Stara Zagora. I sang Carmen's Habanera.

If you were to take someone to their first opera, what would you choose?

Rossini's "Barber of Seville." The music is naturally beautiful and easy to follow, and the story offers a lot of fun. It's very important that the opera is done in a nice production. Mozart's "Zauberflöte" also is a possibility.

What do you listen at home?

Mostly recordings of works I'm studying - for example, a compilation with songs from Zemlinsky, and Monteverdi's "Il ritorno d'Ulisse in patria." My husband [Roger Kaufmann], on the other hand, is buying a lot of CDs at the moment, including [punk rockers] the Toy Dolls. If you like Offspring or Blink-182, you will love the Toy Dolls.


© le Temps, sortir, 13. Dezember 2001, Seite 10, Julian Sykes

Vesselina Kasarova caresse le public de sa voix de satin

Le mezzo Bulgare donne un concert de Gala au Victoria Hall de Genève

Elle est belle comme une diva, mais elle a conquis son public par son chant. Ce n'est pas tous les jours qu'on tombe sur une mezzo dont la voix enveloppe les oreilles comme un vison. Vesselina Kasarova est née en Bulgarie. A 4 ans, elle commence le piano. Elle était partie pour devenir concertiste - elle obtient son diplôme en 1984 - puis voilà qu'elle se découvre une voix. Cette voix, elle va l'élargir et la dompter. Pendant cinq ans, elle travaille d'arrache-pied. L'Opéra national de Sofia l'engage avant qu'elle ait terminé sa formation, elle chante déjà des rôles qui resteront les plus importants de sa carrière, notamment Dorabella dans Così fan tutte (qu'elle a interprété cette année au Festival de Salzbourg) ou Rosine dans Le Barbier de Séville. En 1989, sa carrière prend un tournant décisif. L'Opéra de Zurich l'engage pour un contrat fixe de deux ans. Depuis, elle chante à Vienne, au Covent Garden, à l'Opéra Bastille, à Salzbourg ... Elle donne aussi des récitals où elle décline ses rôles favoris (Sextus dans La Clémence de Titus, Isabella dans L'Italienne à Alger ...). A Genève, Vesselina Kasarova sera accompagnée par Friedrich Haider et l'Orchestre philharmonique du Wurtemberg.

Victoria Hall, rue Général-Dufour 10 à Genève. Ve 14 déc. A 20h30.


© Le Temps, 14. Dezember 2001, Seite 40, Julian Sykes

Questions à Vesselina Kasarova, mezzo bulgare, est ce soir à Genève

« J'adore chanter des rôles de méchants »

Le Temps : Le chant vous a-t-il toujours accompagné ?

Oui, mais j'ai d'abord étudié le piano. J'ai d'ailleurs obtenu un diplôme de concertiste au Conservatoire de Stara Zagora, ma ville natale. Je répétais souvent avec des chanteurs. Et c'est en les accompagnant que la voix, en tant qu'instrument, m'a interpellée.

Le Temps : Préférez-vous chanter à l'opéra ou en récital ?

Ce n'est pas comparable. A l'opéra, le chanteur fait partie d'une équipe, il s'intègre dans un concept. Dès lors, il est moins exposé. La scène et les costumes peuvent induire une distanciation avec le public. Certains chanteurs s'en servent comme paravent. Le récital permet davantage d'autonomie.

Le Temps : Pour vous, c'est quoi le bel canto ?

Toute musique est liée à l'émotion. Prenez Mozart : il est le champion dans ce domaine. La grande trouvaille du bel canto, c'est d'avoir forgé un style qui livre les émotions d'une manière plus directe, plus naturelle.

Vous identifiez-vous aux rôles sur scène ?

Paradoxement, ce sont les rôles les plus éloignés de ma personnalité - et donc les plus exigeants - qui m'attirent. J'adore les rôles de «méchants» : ils me poussent jusque dans mes derniers retranchements. Mais il faut savoir les incarner de manière réaliste. Parmi mes rôles favoris, je citerais Sextus (La Clémence de Titus), Charlotte (Werther) et Isabella (L'Italienne à Alger).

Vesselina Kasarova chante ce soir à 20 h 30 au Victoria Hall de Genève.


© Neue Luzerner Zeitung, APERO, ..., Seite 12, Stefan Degen

Auf sich gestellt

Mezzostar Vesselina Kasarova im KKL

Die bulgarische Mezzosopranistin Vesselina Kasarova singt heute im KKL. Wir unterhielten uns mit dem Weltstar.

Singen Sie erstmals in Luzern?

Es wird mein erster Auftritt im KKL sein, und ich bin sehr gespannt auf diesen aussergewöhnlichen Saal!

Möchten Sie auch mal am Lucerne Festival singen?

Natürlich, das Luzerner Festival ist eines der angesehensten der Welt! Ich wurde auch schon angefragt. Nur war es bis heute leider nie möglich, da ich praktisch jedes Jahr bei den Salzburger Festspielen auftrete.

Was ist für Sie der grösste Unterschied zwischen Auftritten auf der Opernbühne und im Konzert?

Musik will den Menschen etwas mitteilen. In einer Opernvorstellung helfen Bühnenbild, Kostüm und Schauspiel, das Werk dem Publikum näher zu bringen. Im Konzert dagegen ist man auf sich allein gestellt. Und man ist dem Publikum sehr viel näher, weshalb man auf eine ganz andere Art kommunizieren sollte. Es herrscht eine intimere Atmosphäre, bei der das Musizieren und die eigene Persönlichkeit stärker zum Vorschein kommen können.

Wo sind Sie an Weihnachten?

Zu Hause, natürlich. Mein Sohn ist vor kurzem drei Jahre alt geworden, und wir wagen es jetzt, einen schönen Christbaum zu schmücken - vielleicht doch noch mit elektrischem Licht.

Wie bringen Sie Sängerkarriere und Privatleben unter einen Hut?

Ich glaube, es wäre ein Fehler nur an die eigene Karriere zu denken. Meine Familie ist mir das Wichtigste überhaupt.

Gibt es weitere CD-Projekte mit dem Tenor Ramon Vargas?

Bei RCA/BMG sind einige Aufnahmen vorgesehen, die Werke sind aber noch nicht festgelegt worden. Vargas ist nicht nur einer der grössten Sänger unserer Zeit, sondern auch ein sehr guter Freund.

Finden Sie Zeit, um mit Fans über Ihre Website zu kommunizieren?

Manchmal müssen sich die Fans vielleicht schon etwas gedulden, bis ich dazu komme, ihnen zu antworten.

Donnerstag, 20. Dezember, 19.30
KKL Konzertsaal, Luzern