Jacques Offenbach
LA PÉRICHOLE - Périchole
Zürich / Opernhaus / 1998

© Neue Zürcher Zeitung, 24. Februar 1998, Seite 43, Peter Hagmann

... Und dann: Vesselina Kasarova, la Périchole. Schon die Briefarie im ersten Akt gelingt ihr eindringlich, sehr gezügelt und gerade darum wirkungsvoll, dann die griserie, der trunkene Auftritt nach dem Essen beim Vizekönig. Von überwältigender Verhaltenheit schliesslich ihr Liebesgeständnis an Piquillo - da findet der strapaziöse Abend seinen einsamen Höhepunkt.

© Tages-Anzeiger, 24. Februar 1998, Seite 71, Mario Gerteis

... Denn Vesselina Kasarova ist wirklich der Engel vom Himmel, und das keineswegs zuletzt gesanglich. Die junge bulgarische Mezzosopranistin hat alles in ihrer Stimme, die Freude und die Trauer, die Erotik und die Träne. Ihre wehmütige Briefarie wird zum bewegenden Herzstück des Abends, und dass sie sie pianissimo im Rücken des Dirigenten ganz nah beim Publikum singen darf, erweist sich als regielicher Glanzeinfall. ...

© Weltwoche, Nr. 9, 26. Februar 1998, Seite 49, Thomas Wördehoff

... Und dann noch die eigentliche Sensation: la Périchole, gesungen, nein: verkörpert von Vesselina Kasarova. Mit der sinnlichen Raffinesse und dem verschlagenen Witz einer Diseuse verführt diese auch vokal hinreissende Frau ihr Publikum - sie ist schlicht eine Ausnahmeerscheinung. "Hunger" war die Erklärung der Otero für ihre Arbeit. Die schöne Konsequenz davon ist die Kasarova in der Zürcher "Périchole". Nichts wie hin.

© Süddeutsche Zeitung, 24. Februar 1998, Seite 14, Werner Burkhardt

... Hier schlägt vor allem die Stunde von Vesselina Kasarova, der Périchole. Sie, die ja sonst Dorabella und Idamante singt, macht deutlich, warum Rossini Offenbach den "Mozart der Champs-Elysées" genannt hat. Alles ist schmale Flamme auf dunkler Grundierung und steigert sich im Laufe des Abends von imponierender Genauigkeit immer mehr in die Freiheit des Chansons. Die von Flimm verordnete Nähe zum Publikum hilft da sehr. Périchole kann - schon halb im Saal - mit dem Publikum anbandeln, den Refrain "Die Männer sind doch alle bescheuert" wie mit spontan ausgeheckten Vortragsnuancen direkt an den Mann bringen. Dabei vermeidet sie den Anbiederungs-Horror des bunten Abends, ist ganz noble Nachfolgerin von Hortense Schneider, Offenbachs legendärer Diva. ...

© Opernglas, April 1998, Seite 18 - 19, W. Kutzschbach

... "La Périchole" steht und fällt mit der Titelpartie. Vesselina Kasarova konnte im Zürcher Opernhaus ihre Bühnenpräsenz und gesangliche Spitzenklasse eindrucksvoll demonstrieren. Der schlank geführte Mezzo spricht in jeder Lage leicht an, die gut fokussierte Stimme ist auch im Pianissimo zu den unglaublichsten Schattierungen fähig, wird bruchlos geführt und besitzt dazu ein durchaus persönliches Timbre. Hinzu kommen enormes schauspielerisches Talent und ein blendendes Aussehen: La Kasarova, die Périchole! Mit Cecilia Bartoli in Paisiellos "Nina" präsentiert Zürich in einem Monat zwei der bedeutendsten Mezzostimmen unserer Zeit in Neuproduktionen. ...

© Opernwelt, April 1998, Seite 38, Horst Koegler

... In der Titelrolle ist Vesselina Kasarova geradezu eine Idealbesetzung: jung, hübsch, sexy, spöttisch und doch von einer unglaublich warmen Innigkeit, begabt mit einem augenzwinkernden Charme und verliebt bis über beide Ohren - ihr feingeäderter Mezzosopran durchschwelt von einer unwiderstehlichen Erotik, und dazu eine vorzügliche Deklamatorin des französischen Textes (wie überhaupt generell ein fabelhaft idiomatisches Französisch gesprochen wird). Wie sie da mit ihrem geliebten Piquillo auf einer knatternden Vespa hereingebraust kommt, eine Lederkappe über den Kopf gestülpt, fliegen ihr augenblicklich alle Sympathien zu. ...

© orpheus, Mai 1998, Seite 52, Günter Gruber

Wie schon die Plakatierung in Zürich mit dem Portrait von Vesselina Kasarova die volle Aufmerksamkeit des Publikums auf die Titelrolle lenken sollte, so war die schlanke Sängerin nicht nur schauspielerisch das Zentrum des Geschehens, sondern wusste bereits in der ersten grossen Arie ihres Abschiedsbriefes die ganze traurige Zärtlichkeit der Partie herauszuholen. Facettenreich in ihren weiteren Einsätzen, die sie mit leichtfüssiger Agilität sang, verfügte sie über ein aussergewöhnliches Differenzierungsvermögen und eine starke darstellerische Ausstrahlung.

© Opera, Juli 1998, Seite 847 - 848, Horst Koegler

... But the real glory was Vesselina Kasarova as Périchole, spontaneous, touching, singing with velvety, smouldering sensuality, and proving heartrending in her famous Letter Scene. She is a singer it is hard not to fall in love with!